Die Ontologie befasst sich in allgemeiner Weise mit der Frage danach, was existiert. Sie unternimmt dabei nicht den hoffnungslosen Versuch, die Gesamtheit all dessen, was existiert, in einer Liste einzeln aufzuzählen, sondern versucht vielmehr, die Gesamtheit der existierenden Gegenstände in einige grundlegende Kategorien einzuteilen und diese Kategorien möglichst genau zu charakterisieren. Zu den wichtigsten Kategorien gehören dabei die der raum-zeitlich lokalisierten Einzeldinge, der Eigenschaften und der Sachverhalte, aber zum Beispiel auch die der modalen und fiktionalen Gegenstände sowie der Zahlen und Mengen.

Die Vorlesung soll einen ersten und zugleich substantiellen Einblick in diesen in den letzten Jahrzehnten wieder stärker florierenden Bereich der Theoretischen Philosophie geben. Da sich seriös nur dann über die Existenz irgendwelcher Gegenstände reflektieren lässt, wenn zuvor geklärt worden ist, was unter Existenz verstanden werden soll – und ob es verschiedene Arten der Existenz gibt und wie diese sich zu den verschiedenen Begriffen von Identität verhalten –, wird die Vorlesung von einer solchen Klärung ihren Ausgang nehmen.

Zeit: Donnerstag, 12–14 Uhr
Ort:  Geb. B3 1, HS III
Die Vorlesung behandelt zentrale Philosophen der frühen Neuzeit, mit Fokus auf René Descartes, George Berkeley, David Hume und Immanuel Kant. Wir betrachten außerdem Positionen von Philosophinnen dieser Zeit, z.B. Elisabeth von Böhmen, Margaret Cavendish und Mary Shepherd.

Folgende Themen werden im Mittelpunkt der Vorlesung stehen: Rationalismus und Empirismus; die Basis unseres Wissens über die Außenwelt; das Verhältnis von Körper und Geist; die Existenz Gottes; Wahrnehmung, Ideen und Denkprozesse; unser Wissen über Kausalität; unser Wissen über moralische Prinzipien; Humes Sentimentalismus; der kategorische Imperativ.

Prüfungsleistung: 90-minütige Klausur nach Ende der Vorlesungszeit.

Zeit: Dienstag, 14–16 Uhr
Ort:  Geb. B2 2, HS I

Das Philosophieren, wie man es heute in Europa, Nordamerika, Australien ... kennt, nahm seinen Anfang im Mittelmeerraum in einer Zeit, die gewöhnlich durch das Etikett „vorsokratische Periode” gekennzeichnet wird. Vieles von dem damals zu „Papier“ (d. h. zu Papyros) gebrachten Gedankengut hat allerdings unsere Zeit nicht erreicht: Papyros ist, anders als die im Mittelalter zum Beschreiben verwendete Tierhaut, das Pergament, nicht sehr haltbar, und es gab in Zeiten des handschriftlichen Kopierens und der Knappheit von Material zum Beschreiben immer eine Selektion im Hinblick darauf, was man für wichtig genug hielt, um es abzuschreiben und so wieder für einige Zeit verfügbar zu halten.

Da war also die Zeit vor Sokrates, dann kam Sokrates selbst (in Athen im Jahre 399 v. Chr. durch Gift hingerichtet), es folgten Platon, Aristoteles und viele andere. Bei Platon und Aristoteles ist die Überlieferungslage ungleich besser als bei Vorsokratikern wie Heraklit und Parmenides. Sokrates hat nichts Schriftliches hinterlassen, er setzte ganz auf das Philosophieren im Gespräch. Der Quellenlage entsprechend soll in der Vorlesung die Beschäftigung mit Problemstellungen und Positionen bei Platon und Aristoteles im Vordergrund stehen; Exkurse zu der einen oder anderen vorsokratischen Strömung werden das Bild abrunden.

Literatur (zusätzlich zu Primärtexten wie vielen in Frage kommenden Dialogen Platons und solchen Schriften des Aristoteles, die für Anfänger/-innen einigermaßen leicht zugänglich sind wie die Nikomachische Ethik):

Bordt, M., Platon; Freiburg 1999.
Kirk, G. S., und Raven, J. E., The Presocratic Philosophers; Cambridge 1977.
Rapp, C., Aristoteles zur Einführung; Hamburg 2001.

Zeit: Dienstag, 16–18 Uhr
Ort:  Geb. E1 3, HS II

Die Mathematik liegt, wenn man sie mit philosophischen Augen zu betrachten beginnt, unter anderem im Blickfeld der Erkenntnistheorie. In dieser philosophischen Teildisziplin ist es üblich, zwischen verschiedenen Arten von Wissen zu unterscheiden. In welche der dabei vorgesehenen Abteilungen gehören wohl mathematische Einsichten? Eine für viele nahe liegende Antwort ist wahrscheinlich: Es handelt sich um bewiesenes Wissen. Das kann aber nicht alles sein. Denn beweisende Herleitungen sind beispielsweise auch in der Physik an der Tagesordnung. Man muss sich daher für die Ausgangspunkte (und deren erkenntnistheoretischen Status) interessieren, von denen her deduktive Argumentationen in Gang kommen.

Sind diese Ausgangspunkte, am Ende aller auf die kleinsten argumentativen Bausteine abzielenden Analysen, vielleicht ausschließlich logische Wahrheiten und definitorische Festlegungen? Dies wäre die Position des sogenannten Logizismus, dem zufolge es sich bei mathematischen Erkenntnissen durchweg um logisch-begriffliches Wissen handelt. Die Blütezeit des z. B. von Frege und Russell vertretenen Logizismus ist jedoch vorbei. Eine gründliche Prüfung zeigt, dass man sich letztlich auf bestimmte mengentheoretische Axiome verwiesen sieht (Unendlichkeitsaxiom, Fundierungsaxiom, Auswahlaxiom ...), die sich kaum in den Bereich der logisch-begrifflichen Wahrheiten einordnen lassen.

Ziel der Vorlesung ist es, dem hiermit umrissenen Fragenkomplex soweit wie möglich auf den erkenntnistheoretisch-ontologischen Grund zu gehen und zugleich eine Einführung in die ZFC-Mengentheorie zu geben. Dabei werden auch historische Vorläufer von heute die Debat-ten prägenden Auffassungen eine Rolle spielen: Positionen bei Platon, Kant, Frege – bis hin zu Gödel.

Literatur:

Brown, J. R., Philosophy of Mathematics. An Introduction to the World of Proofs and Pictures; London 1999.
Colyvan, M., An Introduction to the Philosophy of Mathematics; Cambridge 2013.
Nortmann, U., Im Kopf die Unendlichkeit; Münster 2015.

Zeit: Mittwoch, 10–12 Uhr
Ort:  Geb. E2 5, HS II

Content: These lectures are an introduction to that part of philosophy, called “practical”, which is concerned with actions and things in their neighbourhood (e.g., desires, decisions, intentions, policies). Practical philosophy asks how to describe and explain these items, but also how to assess them – most notably, how to assess them as rational or irrational or as mor-ally good or bad.

Exercise scheme: Most of the tutoring for these lectures happens electronically, in the form of weekly voluntary exercises. You hand in answers per e-mail a few days after each lecture and will receive, also per e-mail, a response by a tutor. Participation in this scheme is strongly recommended, not least because the questions in the final exam will be of a similar character (and so is a large portion of philosophy in general).

Additional tutoring, Thursdays after 17:45: The electronic tutoring will be supplemented by the following opportunities. (i) On almost all Thursdays, both the tutor and the professor will be available to answer your questions right after the lecture, for a serious stretch of time if required. (ii) For some Thursdays, we may schedule a full-fledged 90-minute tutorial session right after the lecture; we need to remain flexible about those sessions, scheduling them when we feel that they are needed, but any such session will take place right after the lecture and will be announced at least five days in advance.

Exam: There is only one kind of exam associated with these lectures, a written final exam. You can answer the questions in the final exam in German if you like. It will not influence your grade whether you answer in English or in German. The current plan is that the exam happens on Thu 20 July. That is the one but last (not the last) week of the lecture period.

Extra session: We need to schedule one extra session because we are losing the one in the final week due to the early exam. That extra session (not a tutorial, but a normal additional lecture) will take place on Thu 8 June, from 18:00 to 19:30. In other words, there will be a double session (two lectures) on that day.

Updates of this text: If this text requires updating, that will happen online in the university’s lsf system. Versions of this text that you find elsewhere may not be the latest ones.

Zeit: Donnerstag, 16–18 Uhr
Ort:  Geb. E2 5, HS III