Was ist Erkenntnis? Wo liegen ihre Grenzen? Welche Arten der Erkenntnis gibt es? Können wir überhaupt etwas erkennen? Besitzt unsere Erkenntnis ein Fundament? Welche Rolle spielt die Wahrnehmung dabei? Ist Wissen dasselbe wie wahre, gerechtfertigte Meinung? Das sind nur einige der wichtigsten Fragen, die im Rahmen der philosophischen Erkenntnistheorie behandelt werden.

Die Vorlesung bietet eine Einführung in diesen grundlegenden Bereich der theoretischen Philosophie. Obwohl der Schwerpunkt dabei auf die systematischen Fragen und Probleme gelegt werden wird, sollen auch die wichtigsten historischen Positionen zur Sprache gebracht werden.

Zeit: Donnerstag, 10–12 Uhr
Ort: Geb. E2 5, HS I

Wissenschaftstheorie wird üblicherweise als eine Art Metatheorie zu den empirisch verfahrenden Wissenschaften, insbesondere den Naturwissenschaften, verstanden. Gefragt wird nach der Abgrenzung wissenschaftlicher Bestrebungen gegenüber Nicht-Wissenschaft oder Pseudo-Wissenschaft (was nicht das Gleiche ist!), nach charakteristischen Leistungen und Methoden der gewöhnlich als wissenschaftlich klassifizierten Unternehmungen und Disziplinen.

Es liegt nahe, bei charakteristischen Leistungen beispielsweise an so etwas wie „theoretische Einbettung“ zu denken und an die Herstellung von „Systematik“ durch die explanatorische Erschließung verschiedener Phänomenbereiche mittels desselben Bestands von Gesetzeshypothesen.

Wenn theoretische Einbettung wesentlich mit der „Zurückführung“ speziellerer Sachlagen auf allgemeine Gesetzeshypothesen zu tun hat, dann stellt sich nicht nur die Frage nach der Struktur solcher Zurückführungen, sondern es wird auch schnell klar, dass die herangezogenen Hypothesen auch einmal das Format generalisierter bedingter Wahrscheinlichkeitsaussagen haben können. Ist das Operieren damit dann jedesmal ein Symptom unvollständigen Wissens, oder könnte es Phänomenbereiche geben, in denen man grundsätzlich nicht über Wahrscheinlichkeitsaussagen hinauskommt? Auf dieser Schiene gelangt man in der Wissenschaftsphilosophie schnell zu Themen wie der „Vollständigkeit“ der Quantenmechanik, dem Gegensatz von Determinismus und Indeterminismus, der Polarität von Notwendigkeit und Zufall. Auch auf diese Dinge wird in der Vorlesung eingegangen werden.

Literatur:

Bartels, A., und Stöckler, M. (Hg.), Wissenschaftstheorie. Ein Studienbuch; mentis, Paderborn 2007.

Lauth, B., und Sareiter, J., Wissenschaftliche Erkenntnis. Eine ideengeschichtliche Einführung in die Wissenschaftstheorie; mentis, Paderborn 2002.

Friebe, C., Kuhlmann, M., und andere, Philosophie der Quantenphysik; Springer, Berlin 2015.

Zeit: Dienstag, 18–20 Uhr
Ort: Geb. E1 3, HS I

Sie möchten gern wissen, über welche Art von Fragen sich Philosophinnen und Philosophen im Bereich der sogenannten theoretischen Philosophie Gedanken machen und was dementsprechend im nicht-praktischen Teil des Philosophiestudiums auf Sie zukommen könnte?

Sie hätten gern Antworten auf bestimmte Fragen, die Ihnen schon länger im Kopf herumgehen, die möglicherweise irgendwie viel „zu groß“ sind, zu denen sich aber vielleicht doch etwas aus der (theoretischen) Philosophie herausholen lässt, beispielsweise: Bin ich ab und zu frei in meinen Entscheidungen und Handlungen, oder steht das gesamte Weltgeschehen unter Einschluss der Menschen und ihrer Angelegenheiten unter der Notwendigkeit von Naturgesetzen, gemildert (?) durch den Schuss Zufall, der eventuell aus dem Gegenstandsbereich der Quantenmechanik herkommt? Gibt es grundsätzliche Erkenntnisgrenzen, oder ist im Prinzip jede scharf genug formulierte Frage auch beantwortbar, wenn nur hinreichend viel Zeit und Mühe darauf verwendet wird? Oder eingeschränkter: Ist beispielsweise jede mathematische Frage im Prinzip beantwortbar, und was sind überhaupt Zahlen und all diese Dinge? Oder etwas ganz anderes: Weshalb gibt es von manchen Kunstwerken mehrere gleichberechtigte Originale (nämlich im Bereich der Druckgraphik, so würden viele sagen), von anderen nur ein einziges Original? – Und so weiter. Irgendwelche Fragen müssen Sie schließlich dazu gebracht haben, sich für Philosophie einzuschreiben.

Falls einiges davon zutrifft, dann gehen Sie in diese Vorlesung, stellen Sie Ihre Fragen und bringen Sie Ihre Erwartungen zum Ausdruck! Der Dozent ist neugierig darauf, etwas darüber zu erfahren, und er wird das Programm gern an dem ausrichten, was Sie selbst (hoffentlich) mitbringen werden.

Zeit: Mittwoch, 12–14 Uhr
Ort: Geb. E1 3, HS II