Die Grundvorlesung gibt eine Einführung in ein Kerngebiet der Theoretischen Philosophie, nämlich die Philosophie des Geistes. Behandelt werden vor allem die philosophisch grundlegenden Positionen zum sog. Leib-Seele-Problem: Sind Geist(iges) und Körper(liches) verschieden – wie von den verschiedenen Spielarten des Dualismus angenommen wird? Oder fallen Geist(iges) und Körper(liches) zusammen – wie es die verschiedenen Vaianten des Materialimus behaupten?


Zeit: Donnerstag, 14-16 Uhr
Ort: Geb. B3 1, HS II

Das Philosophieren, wie man es heute in Europa, Nordamerika, Australien und anderen Weltgegenden kennt, nahm seinen Anfang im Mittelmeerraum; und zwar in einer Zeit, die man irgendwann durch das Etikett „vorsokratische Periode“ zu kennzeichnen sich angewöhnt hat. Leider hat vieles von dem damals zu „Papier“ (eigentlich: zu Papyros, Papier ist eine spätere Erfindung) gebrachten Gedankengut unsere Gegenwart nicht erreicht. Denn Papyros ist, anders als die im Mittelalter in Europa zum Beschreiben verwendete Tierhaut, das Pergament, nicht sehr haltbar; und es gab in Zeiten der handschriftlichen Vervielfältigung von Texten und der Knappheit von Material zum Beschreiben immer eine Selektion im Hinblick darauf, was man für wichtig und phasenweise auch für religionskompatibel genug hielt, um es abzuschreiben und so wieder für einige Zeit verfügbar zu halten.

Es gab also jene vorsokratische Periode, die Zeit vor dem Auftreten des Sokrates in Athen. Dann kam Sokrates selbst, dessen unmittelbare Wirksamkeit im Jahre 399 v. Chr. mit der Hinrichtung durch Gift endete; es folgte die sogenannte „klassische Periode“ der griechischen Philosophie und Wissenschaft mit Platon und Aristoteles als den zentralen Akteuren; daran schlossen sich die Perioden des Hellenismus und der Spätantike an.

Sokrates hat nichts Schriftliches hinterlassen. Er setzte ganz auf das Philosophieren im lebendigen Gespräch; was dann Platon dazu angeregt haben wird, viele seiner Texte in der Form von Dialogen, mit Sokrates als einem (fiktiven) Teilnehmer, abzufassen. Bei Platon und Aristoteles ist die Überlieferungslage ungleich besser als bei Vorsokratikern wie Heraklit oder Parmenides. Der Quellenlage entsprechend soll in der Vorlesung die Beschäftigung mit Fragestellungen und Thesen im Vordergrund stehen, die man bei Platon und Aristoteles findet. Exkurse zu der einen oder anderen vorsokratischen Strömung sollen das Bild abrunden.

Literatur (zusätzlich zu Primärtexten wie vielen in Frage kommenden Dialogen Platons und einigen Schriften des Aristoteles, die wie die Nikomachische Ethik für Anfängerinnen und Anfänger nicht zu schwierig sind):

M. Bordt, Platon; Freiburg 1999.

Kirk, G. S., und Raven, J. E., The Presocratic Philosophers; Cambridge 1977.

Rapp, C., Aristoteles zur Einführung; Hamburg 2001.


Zeit: Dienstag, 14–16 Uhr
Ort: Geb. E1 3, HS III