"Du solltest ihr helfen."

"Es ist besser, die Wahrheit zu sagen."

"Das war gemein von ihr."

Dies sind drei verschiedene moralische Aussagen. Doch was bedeuten sie? Sind sie Aussagen, mit denen wir behaupten, dass dies oder jenes der Fall ist? Oder bringen wir mit ihnen nur Pro- oder Kontra-Einstellungen zum Ausdruck und versuchen zugleich, bei anderen ähnliche Einstellungen zu wecken?

Das ist die eine Klasse von Fragen, mit der wir uns beschäftigen: die Klasse der meta-ethischen Fragen. Die andere Klasse ist die der so genannten material-ethischen Fragen.

Material-ethische Fragen richten sich auf das, was wir tun sollten ‑ auf die mehr oder auch weniger allgemeinen Prinzipien, an denen wir unser Handeln ausrichten sollten, wenn wir wollen, das es moralisch ist. Sollten wir es z.B. an Prinzipien ausrichten, von denen wir wollen können, dass sie allgemeines Gesetz werden? Oder sollten wir vielleicht danach trachten, den Nutzen aller zu maximieren?

Wir werden in der Vorlesung verschiedene Antworten auf die meta- und die material-ethischen Fragen kennen lernen und uns ihre jeweiligen Stärken und Schwächen vor Augen führen. Außerdem beschäftigen wir uns mit einer Frage aus dem Grenzbereich von Ethik und Politischer Philosophie, nämlich mit der Frage nach der Gerechtigkeit.

Lesetipps:

  • Johann S. Ach, Kurt Bayertz und Ludwig Siep (Hrsg.): Grundkurs Ethik, Bd. 1, Paderborn 2008.
  • Dieter Birnbacher: Analytische Einführung in die Ethik, Berlin 2003.
  • Franz von Kutschera: Grundlagen der Ethik, 2. Aufl., Berlin 1999.
  • Hugh LaFollette (Hrsg.): The Blackwell Guide to Ethical Theory, Oxford 2000.
  • Alexander Miller: An Introduction to Contemporary Metaethics, Cambridge 2003.
  • Russ Schafer-Landau und Terence Cuneo (Hrsg.): Foundations of Ethics, Oxford 2010.
  • James P. Sterba (Hrsg): Ethics: The Big Questions, Oxford 1998.

Zeit: Donnerstag, 16-18 Uhr
Ort: Geb. B3 2, HS 0.03

Eine Grundfrage der Logik ist die Frage nach dem Unterschied von gültigen und nicht-gültigen Argumenten, die als deduktive Argumente intendiert sind (im Unterschied etwa zu induktiven Argumenten, bloßen Plausibilitäts-Betrachtungen usw.). Man sieht schnell, dass mit dieser Frage eine andere Frage in enger Verbindung steht: Wie wären Sätze zu charakterisieren, die wahr sind, und zwar wahr schon aus Gründen der reinen Logik oder aus logisch-begrifflichen Gründen?

In der Vorlesung soll auf die beiden angeführten Fragen eine klare Antwort gegeben werden, allerdings 'nur' für den Fall, dass der zugrunde gelegte logische Maßstab die klassische, extensionale Aussagenlogik oder die entsprechende Form von Prädikatenlogik ist. (Man tut gut daran, dies von vornherein mit einer solchen Einschränkung zu formulieren, weil es viele verschiedene Logiksysteme gibt.)

In den sprachphilosophischen Teilen der Vorlesung wird es unter anderem darum gehen, Begriffe wie den der Extensionalität und, komplementär dazu, den der Intensionalität zu klären (Achtung, hier ist nicht gemeint: Intentionalität), die dafür nötigen semantischen Grundbegriffe einzuführen und über die (logische) Syntax sprachlicher Ausdrücke bis hin zu ganzen Sätzen und Satzfolgen zu sprechen.

Literatur:

  • Beckermann, A., Einführung in die Logik; Berlin 2003.
  • Frege, G., Funktion, Begriff, Bedeutung  -  fünf logische Studien (hg. von G. Patzig); Göttingen 1980.
  • Nortmann, U., Sprache, Logik, Mathematik; Paderborn 2003. 

Vorlesung:

Zeit: Dienstag, 14-16 Uhr + Mittwoch, 10-12 Uhr
Ort: Di: Geb. E1 3, HS 002; Mi: Geb. C4 3, Raum U21

Tutorium:

Zeit: Montag, 12-14 Uhr
Ort: Geb. C5 2, Raum 1.28

Klausur:

Datum: Freitag, 24.02.2017
Zeit: 15:15 - 16:15 Uhr
Ort: Geb. B3 1, HS I