Was ist Erkennntis? Wo liegen ihre Grenzen? Welche Arten der Erkennntis gibt es? Können wir überhaupt etwas erkennen? Besitzt unsere Erkenntnis ein Fundament? Welche Rolle spielt die Wahrnehmung dabei? Ist Wissen dasselbe wie wahre, gerechtfertigte Meinung? Das sind nur einige der wichtigsten Fragen, die im Rahmen der philosophischen Erkenntnistheorie behandelt werden.

Die Vorlesung bietet eine Einführung in diesen grundlegenden Bereich der theoretischen Philosophie. Obwohl der Schwerpunkt dabei auf die systematischen Fragen und Probleme gelegt werden wird, sollen auch die wichtigsten historischen Positionen zur Sprache gebracht werden.

Zeit: Mittwoch, 14-16 Uhr
Ort: Geb. B3 1, HS II

Die schönste und produktivste Weise, eine Antwort auf die Frage nach dem Wesen der Philosophie zu suchen, besteht wohl darin, sich einfach den konkreten Fragen und Problemen zu stellen, mit denen sich Philosophen in der Vergangenheit befasst haben und sich gegenwärtig noch immer befassen. Im Rahmen dieser Vorlesung soll versucht werden, eine solche Antwort im Hinblick auf den theoretischen Bereich der Philosophie zu versuchen. Dabei sollen Fragen und Probleme aus der Erkennntistheorie, der Logik, der Metaphysik, der Ontologie, der Philosophie des Geistes und der Sprachphilosophie thematisiert und diskutiert werden. Die Auswahl der Themen orientiert sich insbesondere an den beiden folgenden Kriterien.

(i) Sie betreffen Begriffe, die bei dem Versuch, die Welt und unsere Stellung in ihr zu verstehen, eine grundlegende Rolle spielen, wie z.B. die Begriffe Existenz, Wahrheit und Wissen.

(ii) Sie stellen im Hinblick auf diese Begriffe liebgewonnene und als selbstverständlich vorausgesetzte Annahmen in Frage.

Denn die Philosophie, so hat es bereits Aristoteles gewusst, beginnt mit dem Staunen, und es ist oftmals nicht das Staunen über das Fremde und Entfernte, sondern über das Alltägliche und scheinbar so Vertraute.

Zeit: Donnerstag, 14-16 Uhr
Ort: Geb. E1 3, HS II

Was soll Wissenschaftstheorie? Antwort: Antworten geben auf Fragen nach dem Unterschied zwischen Wissenschaft und Nicht-Wissenschaft oder Pseudo-Wissenschaft, nach charakteristischen Leistungen und Methoden der gewöhnlich als wissenschaftlich klassifizierten Disziplinen. Dabei geht es unter der Überschrift "Wissenschaftstheorie" nach einem eingebürgerten Sprachgebrauch immer um empirisch verfahrende Wissenschaften (andernfalls heißt das Projekt zum Beispiel: Philosophie der Mathematik, wobei unterstellt wird, dass Mathematik eine nicht-empirische Wissenschaft ist).

Themen der Vorlesung sind dementsprechend: Erklärungstypen und -leistungen, deterministische Gesetzesaussagen und generalisierte bedingte Wahrscheinlichkeitsaussagen, der Zusammenhang von Gesetzesaussagen und irrealen Konditionalsätzen, Überprüfung und prinzipielle Falsifizierbarkeit von empirischen Gesetzeshypothesen oder deren Kombinationen mit hinreichend vielen anderen Aussagen, Induktionsproblem, Theoriendynamik und wissenschaftliche Revolutionen, Wissenschaftsgeschichte, Zeitkonzeption der Speziellen Relativitätstheorie im Unterschied zur Zeitkonzeption der vorausgehenden Physik, probabilistische Elemente in der Quantentheorie (als Ausdruck unvollständigen Wissens oder als Zeichen des Vorhandenseins echten Zufalls in der Welt?).

Literatur:

  • Lauth, B., und Sareiter, J., Wissenschaftliche Erkenntnis - eine ideengeschichtliche Einführung in die Wissenschaftstheorie; Paderborn 2002.
  • Friebe, C., Kuhlmann, M., und andere, Philosophie der Quantenphysik; Berlin 2015.
  • Kuhn, Th., Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen; Frankfurt/M. 1969.
Zeit: Dienstag, 18-20 Uhr
Ort: Geb E1 3, HS 0.02