Disjunctivism is a view in the philosophy of perception that has recently gained much attention. On this view, there is no genuine mental kind of perceptual experience, defined by its particular phenomenal character, that veridical perception and hallucination have in common. So for instance, seeing a red apple may well be introspectively indistinguishable from hallucinating a red apple; still, the disjunctivist claims that the seeing and the hallucinating are fundamentally different mental states. One motivation for this view is the plausibility of naive realism, which claims that our perceptions are partly constituted by the worldly objects that they are confrontations with, and which appears to force us to adopt disjunctivism.

In class, we will try to get clear on the claims and consequences of this view and related views. We will also examine the competition, in particular intentionalism. We will use the anthologies Disjunctivism: Contemporary Readings and Disjunctivism: Perception, Action, Knowledge. The language of the seminar is English.

Literatur:

  • Alex Byrne und Heather Logue (Hg.). Disjunctivism: Contemporary Readings. Cambridge, MA: MIT Press 2009.
  • Adrian Haddock und Fiona Macpherson (Hg.). Disjunctivism: Perception, Action, Knowledge. Oxford: Oxford University Press 2008.
Time:  Wednesday, 12.14 h
Place: Bldg. C5 2, Room 1.08

Wir scheinen alle Realisten zu sein, zumindest im Hinblick auf gewisse Arten von Gegenständen. Wir gehen davon aus, dass sich viele unserer Aussagen tatsächlich auf Gegenstände beziehen, und wir gehen darüber hinaus davon aus, dass die Wahrheit oder Falschheit unserer Aussagen über diese Gegenstände von deren (objektiver) Beschaffenheit abhängt, und beispielsweise nicht davon, was wir über sie denken oder von ihnen glauben. Für welche Arten von Gegenständen wir einen realistischen Standpunkt einnehmen sollen, darüber gehen die Meinungen in der Philosophie (und den Wissenschaften) stark auseinander. Manche vertreten lediglich einen Realismus mit Bezug auf raum-zeitliche Einzeldinge, andere halten auch die Existenz von Universalien für gewährleistet, und wieder andere dehnen ihren Realismus sogar auf mathematische Objekte, mögliche Welten und moralische Werte aus.

Doch ganz gleich, für welche Art X von Gegenständen man eine realistische Position vertritt, man kann sicher sein, dass es Leute gibt (und immer gegeben hat), die einen solchen X-Realismus ablehnen. Diese Antirealisten lassen sich grob in zwei Gruppen aufteilen. Die Mitglieder der einen Gruppe stellen die Existenz der Xe prinzipiell in Frage, bieten aber zugleich Erklärungen dafür an, wie man unser vermeintliches Reden über diese Xe angemessen interpretieren sollte. Zu dieser Gruppe gehören z.B. Fiktionalisten, Instrumentalisten, die Anhänger von Irrtumstheorien sowie die in der Metaethik populären Nicht-Kognitivisten. Die Vertreter der anderen Gruppe akzeptieren zwar, dass es Xe gibt, betrachten deren Existenz und Beschaffenheit jedoch als etwas, das von unserem Denken und Handeln abhängt. Wichtige Teilgruppen bidlen hier die Idealisten sowie die Verfechter diverser konstruktivistischer Theorien.

Das Seminar soll die Auseinandersetzung zwischen Realismus und Antirealismus anhand ausgewählter Texte aus der Analytischen Philosophie nachzeichnen. Dabei werden Beiträgen aus unterschiedlichen philosophischen Disziplinen Beachtung finden, aus der Metaphysik, der Erkenntnistheorie, der Wissenschaftstheorie und der Ethik. Insbesondere wird es darum gehen, die verschiedenen antirealistischen Strategien in Augenschein zu nehmen und deren Argumente kritisch zu beleuchten. Die konkrete Auswahl der Texte und Themen soll sich allerdings an den Interessen und Wünschen der Teilnehmer orientieren.

Zeit: Donnerstag, 16-18 Uhr
Ort: Geb. C5 2, Raum 2.02

Die Moral hat eine lange Geschichte. Doch wie ist sie entstanden? Was sind ihre biologischen und ihre kulturellen Ursprünge? Und was ihre zentralen Inhalte?

Wenn wir Philip Kitcher (und anderen) glauben dürfen, lauten die Antworten in etwa: "At some point in our evolutionary past, before the hominid line split off from the branch that leads to contemporary chimpanzees and bonobos […], our ancestors acquired an ability to live together in small groups mixed in terms of sex and age. That achievement required a capacity for altruism. It also prepared the way for unprecedented forms of cooperation, and ultimately for the enunciation of socially shared norms and the beginnings of ethical practice. Altruism is not the whole story about ethics, but it is an important part of it." (Kitcher 2011, S.17.)

Mit diesen Antworten werden wir uns in dem Seminar beschäftigen, also mit evolutionären Erklärungen der Entstehung von Moral und mit dem Altruismus als deren wesentlicher Bestandteil. Dabei werden wir auch fragen, wie solche evolutionären Erklärungen zum normativen Status der Moral passen – u.a. zu der Forderung, den Altruismus so effektiv wie möglich zu gestalten.

Das Seminar wird in Zusammenarbeit mit Peter Ruhrberg durchgeführt. Wer sich darauf einstimmen möchte, möge zwei einschlägige Artikel aus der Stanford Encyclopedia of Philosophy lesen:

  • William FitzPatrick: "Morality and Evolutionary Biology" (2014; http://plato.stanford.edu/entries/morality-biology/)
  • Karsten Stueber: "Empathy" (2013; http://plato.stanford.edu/entries/empathy/)
Weitere Literatur:

  • Philip Kitcher: The Ethical Project, Cambridge, MA, 2011.
  • Peter Singer: The Most Good You Can Do, New Haven 2015.
Zeit: Dienstag, 16-18 Uhr
Ort: Geb. C5 2, Raum 2.02