Die Fragen der Woche

Die Texte zur jeweils nächsten Sitzung lesen sich oft nur unter einer bestimmten Fragestellung sinnvoll. Es ist also zur Sitzungsvorbereitung unbedingt erforderlich, die jeweiligen Fragen der Woche zur Kenntnis zu nehmen und - am besten in der Arbeitsgruppe - anzudenken. Es empfiehlt sich, im Laufe des Semesters ca. 4-5 der Fragen jeweils in Form eines Mini-Essays von ca. 1 1/2 Seiten zu bearbeiten. Die Fragen in der Klausur werden ähnlich aussehen, und auch als Vorbereitung auf eine Hausarbeit ist es gut, zunächst kürzere Texte zu schreiben. Da ich es für sehr sinnvoll halte, Arbeitsgruppen zu bilden, werde ich nur solche Essays berücksichtigen, die von mindestens zwei Teilnehmern und nicht mehr als vier zusammen eingereicht werden. Die Essays können zur jeweiligen Sitzung oder hier per e-mail eingereicht werden.

Fragen zur 2. Sitzung:

  • (zum ersten Textausschnitt): "Im Zentrum der Ideenlehre Platons steht die Erlangung von Wissen durch Abstraktion eines Allgemeinen aus der Erfahrung von vielen Einzelfällen." Stimmt das?
  • (zum zweiten Textausschnitt): "Auf die Frage 'Warum sind die Dinge, die F sind, eigentlich F?' würde Platon antworten: 'Die Teilnahme an F selbst ist der Grund, warum die Dinge, die F sind, F sind'. Aber was heisst hier "Warum?"
  • (zum dritten Textausschnitt): Mit welchen Schwierigkeiten konfrontiert der alte Philosoph Parmenides den jungen Sokrates angesichts seiner Ideenlehre? Bitte wählen Sie eines dieser Probleme aus und erklären Sie.

  • Fragen zur 3. Sitzung:

  • Welche der folgenden Aktivitäten würde Aristoteles wohl als technê ("Kunst") bezeichnen?:
    a) Malerei, b) Physik, c) Philosophie, d) Kochkunst. e) rückwärts Einparken.
    Inwiefern ist die Übersetzung von technê mit "Kunst" gut, inwiefern nicht?
  • Was ist nach Aristoteles' Meinung der Unterschied zwischen der Philosophie und den anderen genannten Aktivitäten?
  • Beschreiben Sie bitte, soweit möglich, im Sinne der Vierursachenlehre:
    a) einen Mercedes 300 SEL; b) 1 kilo Cilena (festkochend) vom Wochenmarkt; c) einen Baum im Wald; d) einen Schutthaufen; d) Münster.

  • Fragen zur 4. Sitzung:

  • Aristoteles beschreibt die Philosophiegeschichte vor ihm i.S. der eigenen Vierursachenlehre. Was ist seiner Meinung bei wem schiefgegangen? Auf welche Entdeckung ist er besonders stolz?
  • "Warum ist er damals eigentlich stehengeblieben?" - "Na, er ist doch über den Goldklumpen gestolpert, der ihn reich gemacht hat." - "Dann war ja sozusagen das Allerbeste für ihn der Grund, warum er stehengeblieben ist." - "Na ja... sozusagen!"
    Bitte analysieren den Dialog im Sinne der Vierursachenlehre mit Hilfe des Ausdrucks "akzidentell".
  • Was könnte Aristotles mit dem "dritten Menschen" meinen, wenn man annimmt, dass er auf Platon, Parmenides 132a/b (Paper zur 2. Sitzung, 3. Textausschnitt) anspielt?
  • "Es kann ja auch etwas einem andern ähnlich sein oder werden, ohne diesem nachgebildet zu sein; also mag es nun einen Sokrates geben oder nicht, so kann es jemand geben wie Sokrates, und dasselbe gälte offenbar auch, wenn es einen ewigen Sokrates gäbe." Warum ist dies eine Kritik daran, dass Platon seine Ideen als paradeigmata (Vorbilder) bezeichnet? Ist die Kritik fair?

  • Fragen zur 5. Sitzung:

  • Ist die Wissenschaft von den Schlössern eine Wissenschaft? Die Physik? Die Sportwissenschaft?
  • Angenommen, Thales hatte Recht und alles ist eigentlich aus Wasser. Ist die Chemie des Wassers dann nach Aristoteles' Meinung ein Teil der Philosophie?
  • "Es ist ca. 3t schwer, neongrün, reagiert mit Kupfer, ätzt Plastik weg und ist noch etwa 2 Lichminuten entfernt... Was ist das bloss, Spock?" - "Keine Ahnung!"
    "Ich sage nicht, dass er der Mörder ist. Er ist es möglicherweise..."
    "2+2 ist 4. Das ist einfach so."
    "Gerste ist dieses gelbe Getreide mit den haarigen Ähren." - "Und was ist das?" - "Das ist Gerste." - "Aber die ist doch noch ganz grün."
    "Was ist er? Philosoph? Was isn das fürn Beruf?"
    "Und... der Gewinner des Golf Cabrio ist Herr Pauluweit aus Wuppertal!"
    Welche Rolle spielt - in aristotelischer Terminologie - in den Beispielen jeweils das Wort "ist"?

    Fragen zur 6. Sitzung

     

    Fragen zur 7. Sitzung

     

  • In den Kapiteln 7 - 9 seiner Schrift De interpretatione diskutiert Aristoteles Satzpaare, die sich durch die folgenden Beispiele illustrieren lassen:
    a) "Menschen sind schön" / "Menschen sind nicht-schön" (vgl. Kap.7 17b33, 18a10).
    b) "Egon ist blau" / "Egon ist nicht blau" (sinngemäss nach Kap.8).
    c) "Es wird morgen zu einer Seeschlacht kommen" / "Es wird morgen nicht zu einer Seeschlacht kommen" (Kap.9).
    Im 10.Kapitel der Kategorienschrift (dieses Kap. ist evtl. unecht) wird zudem folgendes Beispiel angeführt:
    d) "Sokrates ist heute krank" / "Sokrates ist heute nicht krank".
    Sind diese Beispiele in bezug auf Met.G 7 problematisch? Bitte diskutieren Sie anhand von zwei Fällen.
  • Angenommen, der Satz vom ausgeschlossenen Dritten gelte in bestimmten Bereichen nicht. Wäre das ein Widerspruch?
  • Aristoteles' Äusserungen über Wahrheit und Falschheit gelten oft als sogenannte "Korrespondenztheorie" der Wahrheit. Was könnte hier mir Korrespondenz gemeint sein? Wozwischen?
  • "Für zwei beliebige Punkte auf einer Linie gibt es einen weiteren Punkt, der zwischen ihnen liegt" (sog. Dichte). Wem oder was wird hier etwas zu- oder abgesprochen?
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    Fragen zur 8. Sitzung

     

    Fragen zur 9. / 10. Sitzung

    "Mir wollta was assähn von fremden Wesen? [...] Ick war doch imma mang Euch mang..." Walter Mehring, Ode an Berlin

     

  • Das Wort ousia ist extrem schwierig zu übersetzen. Welchen Vorteil könnte die provisorische Übersetzung "Wesen" haben? Was heisst "Wesen", in welchen Kombinationen kann man das Wort verwenden? Wie könnte man ousia nach einem ersten Eindruck vom Text noch übersetzen?
  • Der mit "Sosein" übersetzte Ausdruck (to) ti ên einai heisst wörtlich "(das), was es war zu sein". Was könnte das heissen? Wie könnte man den Ausdruck sinnvoll ergänzen?
  • Welche Kandidaten für eine ousia diskutiert Aristoteles? Welche schliesst er klar aus, und warum? Welche bleiben?
  • Inwiefern könnte man Met.Z 8 als Gegenentwurf zu Platons Ideenlehre lesen?
  • Welche Parallele gibt es nach Met.H 2 zwischen der internen Struktur eines Objektes und der Definition eines Begriffes?
  • Die These, nichts Allgemeines könne ousia sein, hat vielen Interpreten Kopfzerbrechen bereitet. Wo könnte nach dem zuvor Gesagten das Problem liegen?
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    Fragen zur 11. Sitzung

  • Besteht ein Haus aus Bauteilen (Balken, Steinen etc...) - oder aus Atomen?
  • a) Ist ein Haufen Baumaterial ein potentielles Haus? b) Ist eine Nuss ein potentieller Nussbaum? c) Ist eine Nuss eine potentielle Schachfigur? Falls ja, warum, falls nein, warum nicht?
  • "Sie ist potentielle Weltrekordlerin im 100m-Lauf" In welcher Situation, auf wen, trifft diese Aussage zu?
  • Wieso ist Sehen eine energeia? Wieso ist Hausbauen keine?
  • Was war nach Aristoteles' Ansicht zuerst da - die Henne oder das Ei?
  • Lassen sich Aristoteles Ausführungen zu Vermögen und Verwirklichung mit seiner Vierursachenlehre kombinieren? Welche Auswirkungen könnte das auf die Vierursachenlehre haben?
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    Fragen zur 12. / 13. Sitzung 

    "...Einmal lebt' ich wie Götter und mehr bedarfs nicht..." Hölderlin, An die Parzen