Dr. Sibille Mischer & Dr. Niko Strobach
073250
Hauptseminar
Nietzsche, Zur Genealogie der Moral
Es ist wohl in der Geschichte der Philosophie einmalig, daß ein Philosoph von sich behauptet, er arbeite bevorzugt mit dem Hammer. Friedrich Nietzsches 1887 in knapp drei Wochen aufs Papier geworfene Streitschrift "Zur Genealogie der Moral" ist ein Text der schrillen Töne, der mit stillschweigenden Grundvoraussetzungen der Moralphilosophie bricht: An die Stelle der Begründung der Geltung von Normen soll die Geschichte ihrer Entstehung treten und damit auch die psychologische Analyse der Mitglieder der Gemeinschaft, die bestimmte Normen befolgen. "Zur Genealogie der Moral" bietet die Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit Nietzsches später Philosophie anhand eines nicht nur stilistisch beeindruckenden, sondern auch (vergleichsweise) argumentativen Textes.
Von allen Teilnehmern wird erwartet, daß sie den Text vor Seminarbeginn gelesen haben. Zur Teilnahme ist eine persönliche Anmeldung in der Feriensprechstunde der Lehrenden (natürlich nur bei einem von beiden!) erforderlich.
Scheinerwerb: Durch Hausarbeit. Referate sind nicht vorgesehen, allerdings sollten sich Teilnehmer, die einen Schein erwerben wollen, während des Semesters als "Experten" in bestimmte Themen einarbeiten. Näheres wird in der ersten Seminarsitzung besprochen.
Text: Friedrich Nietzsche, Kritische Studienausgabe, hg. von G. Colli und M. Montinari. München, Berlin/New York, 1980 u.ö., Bd. 5. (Der Band ist als Taschenbuch erhältlich.)
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